» Einleitung
» Designermode in der Krise
» Strasssteine sind nicht nur einfach Strasssteine
» Vom Hobbyfotograf zum Profi dank meiner Fotocommunity
» LINK 5

Eine Berliner Shoppingtour mit Hindernissen

Ein Kurztrip nach Berlin!

Dies war mein Ziel für meinen nächsten Urlaub. Mal wieder in die Großstadt. Raus aus dem öden Landleben. Ab nach Berlin!

Es stellte sich jetzt natürlich die Frage: Wie kann ich meinen Urlaub so schön, aber auch so billig wie möglich gestalten?

 

Die Planung

So begann meine Recherche zunächst natürlich bei den bekannten Pauschalanbietern im Internet. Nach einer durchsicht der Vorhandenen Angebote blieb wie immer, wer hätte dies gedacht, nur die ernüchternde Feststellung: Das geht auch günstiger!

Was habe ich jetzt noch für Alternativen? Natürlich den ungemütlichen Weg. Die Anreise und die Unterkunft unabhängig von einander raussuchen um mir so das für mich persönlich beste Angebot selbst zusammen zu stellen! Ich begann mit der Suche nach einer billigen Anreisemöglichkeit. Da die üblichen Bahnpreise mein Budget um einiges Überschritten blieben mir bei der Bahn nur die wenigen günstigen Spezialangebote mit- natürlich Bummelzügen. Aber Lust einen ganzen Urlaubstag für An- und Abreise zu verschwenden ging mir doch ganz schön gegen den Strich! Schreiende Kinder in meinem Abteil mit einer genervten Mutter die es schon vor langer Zeit aufgegeben hat Ihre Kinder zu beruhigen. Die Vorstellung jeden Absatz meines Berlinreiseführers dreimal zu lesen bis ich den Inhalt verstanden habe missfiel mir doch sehr! Dazu kommt noch das ständige Umsteigen bis ich endlich in Berlin angekommen bin- Nein, dies ist bei weitem nicht die angenehmste Art zu Reisen- aber, und der Gedanke blieb, ziemlich günstig und auch für eine mittellose Studentin wie ich eine bin bezahlbar. So begann ich mich Schwerenherzens mit dem Gedanken anzufreunden meinen Tag mit schreienden Kindern, Wurstbrotessenden Rentnern und einer scheinbar nicht enden wollende Reisezeit zu verbringen.  Das führte jedoch dazu, dass der Gedanke an meinen Berlinaufenthalt nicht wirklich ein Lächeln in mein Gesicht zauberte. Aber was bleibt mir übrig.. mein Augenmerk lag schließlich auf einen Angenehmen Aufenthalt in Berlin, bei dem mein Konto nicht schon vor der Ankunft überzogen ist. Denn es gibt schließlich viel zu entdecken in Berlin. Das Brandenburger Tor und den Bundestag, ja die kann ich mir ansehen ohne dafür Bezahlen zu müssen. Ich denke aber, da hört das kostenlose Angebot an Ausflugszielen schon wieder auf… Als Mädchen bleibt es natürlich nicht aus, dass ich meine Ersparnisse lieber in eine ausgedehnte Shoppingtour investieren wollte als in eine für mich fast unbezahlbare Bahnfahrt. Ich sah bei dem Vergleich der Ticketpreise nicht die Investition in eine kurze und angenehme Anreise, sondern vielmehr sah ich Hosen, Schuhe, Kleider und Röcke die im diesem Falle, also bei dem Kauf eines Standarttickets (und Standart heißt in diesem Falle Teuer) zukünftig nicht in meinem Kleiderschrank hängen sollten. Ja, ich denke in diesem Fall trifft bei mir wirklich jedes Klischee zu. Lieber habe ich jahrelang ein Kleid, vielleicht sogar noch mit Preisetikett in meinem Schrank hängen, als angenehm zu reisen. Den die Reise vergeht, an dem Kleid jedoch kann ich mich noch längere Zeit erfreuen. Das Berlin die perfekte Stadt zum Shoppen ist, dies steht natürlich außer Frage.

Ich hatte mich also langsam mit den Gedanken abgefunden die vorab geschilderten Schrecklichkeiten für mich und meinen Kleiderschrank zu akzeptieren als mir eine alternative einfiel. Natürlich, warum bin ich nicht gleich darauf gekommen? Eine Mitfahrgelegenheit. Mit dem Auto nach Berlin. Der Gedanke gefiel mich schon viel besser!  Ok, die Gefahr an eine Psychopaten zu geraten ist vorhanden… Aber die Wahrscheinlichkeit, so redete ich mir ein, ist gar nicht sehr groß. Sie erschien mir als so klein, dass ich lieber diese Gefahr auf mich nehmen wollte als die schreienden Kinder und die stinkenden Wurstbrote! Nach kurzer Suche fand ich auch schon das passende Angebot und schlug ohne zu überlegen zu… zu dem Resultat komme ich später noch. Ich sag nur so viel: Brauchte ich wirklich so dringend neue Kleider???

So die Anfahrt ist organisiert, es steht also fest ich fahre nach Berlin. In meiner Vorfreuden vergaß ich fast- ich brauche ja noch eine Unterkunft. Meine Vorstellung von einem weitläufigen Hotelzimmer in einem Berliner Hotel mit Whirlpool und eigener Terrasse, einem hübschen Pagen der meiner Koffer für mich hinaufträgt und mich jedes Mal wenn ich das Hotel in Berlin betrete mit seinem umwerfenden Lächeln anschaut musste ich scheren Herzens beim Anblick der Preise ein jeden Hotels verwerfen das mir beim Ansehen der Bilder gefiel. Naja vielleicht irgendwann in diesem Leben!
Und bei den günstigeren, und günstig bedeutet in meiner Welt leider nur weniger teuer, aber immer noch genauso unbezahlbar, besuchte mich nun auch noch mein altbekanntes Kleiderschrankphänomen. Ich nehme so einige in Kauf um diesen bis zum letzten Quadratzentimeter voll zu stopfen um dann zu erkennen, dass ich dringen einen neuen, geräumigeren brauche.
Kompromissbereit wie ich bin zog ich nun die die Option in Betracht meine Nächte mit, in meiner Vorstellung natürlich Gutaussehenden jungen Männern, gemeinsam in einem Raum auf einer durchgelegenen und dreckigen Matratze in einem schmalen Bett zu verbringen…die wahrscheinlich billigste Variante, die Jugendherberge.
Schwerenherzens verabschiedete ich mich von ein Paar Schuhen aus einem der schicken Berliner Geschäfte und verwarf auch diesen Gedanken schnell!
Was nun? alles wieder absagen? Kommando zurück? Nein, das wollte ich natürlich auch nicht!
Die perfekte Lösung lag zum greifen nah! Es dauerte zwar seinen Zeit bis mir dieser Gedanke kam aber wie sagt man doch: Besser spät als nie!
Ich entschied mich für eine Ferienwohnung, oder auch Ferienappartement in Berlin (was ist hier eigentlich der unterschied? Klingt wahrscheinlich einfach eleganter!) Es fehlten eigentlich nur der Whirlpool und mein hübscher Page, aber ansonsten konnte ich zwischen zahlreichen, wunderschönen Unterkünften auswählen! Die Entscheidung viel schwer. Welcher Bezirk in Berlin passt am Besten zu Mir? Berlin Mitte: schick und sehr stylisch, aber vielleicht etwas zu teuer für mich. Prenzlauer Berg: Entspannter Bezirk, laut Reiseführer wiederholt sich hier das Schreiendekinderproblem. Friedrichshain: Szenebezirk und perfekt für junge Leute wie mich… Diese Bezirke Berlins gelangten in einem äußerst komplizierten Auswahlverfahren in die letzte Endrunde. Den Sieg errang eine wunderschön ausgestattete Ferienwohnung, oder elegant ausgedrückt ein gediegenes Appartement, in Berlin Mitte in unmittelbarer Nähe zu dem netten Bezirk Kreuzberg und einer guten Bahnanbindung für eine Sightseeingtour durch ganz Berlin.

Ich packte also meinen Koffer, natürlich sehr darauf bedacht genügend Platz für meine neuen Errungenschaften zu lassen, und machte mich auf den Weg zu meinem Treffpunkt mit meiner Mitfahrgelegenheit. Auf der Tankstelle standen mehrere Autos, nur zwei davon konnten es sein, denn ich sollte ja nach einem schwarzen Auto Ausschau halten. Zielstrebig lief ich auf den schwarzen BMW mit dem Kennzeichen aus Berlin zu in dem ein nette, recht gutaussehender Mann saß. Kurz vor meinem Ziel, auf das ich so elegant wie möglich zugelaufen war, holte mich eine Stimme aus meiner Vorstellung in einem eleganten Auto mit einem hübschen Mann an der Seite in Berlin anzukommen. Die Stimme klang weiblich und relativ jung. In Ordnung dachte ich mir, so hab ich wenigstens jemanden zum quatschen und vielleicht kennt Sie ja ein paar nette Geschäfte in Berlin. Mein Lächeln erstarrte sofort als ich in den schwarzen, erstaunlich vollgeladenen Kombi (das konnte ja nur schlimmes heißen) blickte. In Ihm saßen zwei, bisher unschuldig an einem Schokoladenriegel knabbernden, Kinder und schauten mich mit Ihren großen Augen an…